Reputationsmanagement

Cybermobbing, Bewertungsportale

Insbesondere das Phänomen Cybermobbing hat im Internet einen neuen Tatort gefunden. Beleidigungen und Ausgrenzungen unter Schülern ist sicherlich nichts Neues, doch nun setzen Mitschüler Mobbingattacken immer häufiger außerhalb der Schule weiter, indem sie herabwürdigende Fotos, Informationen oder Gerüchte über Handys und im Internet verbreiten, wiederholte Bedrohungen über E-Mails bzw. SMS-Nachrichten versenden oder auch peinliche, gefälschte E-Mails oder SMS-Nachrichten im Namen der Opfer verschicken.

Entsprechend definiert Peter K. Smith, Cybermobbing“ als aggressive, absichtliche Handlungen einer Gruppe oder einzelner, wobei durch elektronische Formen Kontakt gehalten wird und über längere Zeit gegen das Opfer genutzt werden, wogegen sich das Opfer nur schwer verteidigen kann (vgl. Smith u.a. (2008), S. 376-385). Charakteristisch bei dem Thema Cybermobbing“ ist der wesentliche Einfluss und die Bedeutung der technologischen Eigenart des Mediums. Dadurch gründen die Schwierigkeiten des Opfers, sich zu schützen und zu wehren, weniger in körperlicher Unterlegenheit oder fehlendem sozialem Rückhalt, sondern vor allem in der Unmöglichkeit Netzinhalte zu löschen, die weitere Verbreitung zu unterbinden oder die Absender anonymer Mitteilungen zu identifizieren. Verscheiden Gegebenheiten machen das Internet zu einem idealen Tatort für kriminelle Handlungen. Zum einen wird es durch die Anonymität im Internet schwer Täter zu identifizieren, die Hemmschwelle der Täter kriminelle Handlungen ist im Cyberspace geringer als in einer Face-to-Face-Situation, die Opfer sind im Internet leichter zu finden und zu erreichen und die zum Teil große Offenheit bezüglich privater Informationen und Probleme im Cyberspace machen Personen angreifbar. Damit zeigt sich auch die dunkle Seite des Cyberspace. Es ist ein idealer Tummelplatz für Störenfriede, Mobber, Randalierer, Rechtsradikale, Sexualtäter und jene Peronen, die kriminelle Absichten hegen (vgl. Katzer, Fetchenauer (2007), S. 123-138).

Die Häufigkeit, mit der Kinder und Jugendliche tatsächlich Täter und Opfer von Cybermobbing betroffen sind, soll anhand der eine Online-Untersuchung durch Staude-Müller u.a. (2009), welche über Verlinkungen auf Schulhomepages durchgeführt wurde, deutlich gemacht werden. In dieser Studie wurden insgesamt 1277 Stichproben von im Durchschnitt 15,6 jährigen genommen. Dazu wurden sie zu Opfererfahrungen der letzten drei Monate befragt. Dabei ergab sich, dass ca. 18% leichtere Formen von Cybermobbing erfahren haben, wie z.B. dass Unwahrheiten verbreitet wurden, sie beleidigt wurden oder bedroht. Schwere Formen wie die Weitergabe von Geheimnissen oder Bildern, wie auch Erpressung haben ca. 7 % erlebt (vgl. Staude-Müller u.a. (2009), S. 42-47). Dagegen wissen nur gut 7 % der Eltern über Cybermobbing bei ihren Kindern Bescheid, was darauf schließen lässt, dass viele Eltern von den Vorkommnissen und damit auch den Aktivitäten ihrer Kinder im Internet nichts mitbekommen. Ebenso geben lediglich 17 % der Schüler an, dass die Eltern ihre Internetnutzung aufmerksam begleiten. Dabei zeigt sich deutlich, dass zur Erlernung der Medienkompetenz die Begleitung der Eltern eine unverzichtbare Komponente darstellt. Außerdem weisen Schüler, deren Eltern die Internetnutzung aufmerksam begleiten geringere Cybermob­bingquoten auf(vgl. Schneider, Katzer, Leest (2013); Cyberlife – Spannungfeld zwischen Faszination und Gefahr).

Das Sozialverhalten der Heranwachsenden hat sich in Richtung eines Cyberlifes mit all seinen Vorzügen, aber auch Nachteilen entwickelt. Phänomene wie Mobbing haben über das Internet eine neue Qualität bekommen. Daher ist eine wirkungsvolle Prävention unerlässlich. Dabei haben Studien gezeigt, dass dies lediglich im Einklang mit drei Parteien möglich ist, nämlich mit den Eltern, Schulen und Heranwachsenden.

Sollte jedoch ein Fall von Cybermobbing vorliegen, scheint die Versuchung zwar groß es dem Täter virtuell gleich zu tun und sich so an ihm zu rächen, dies sollte man jedoch in jedem Fall unterlassen und besser den Rechtsweg einschlagen! Dazu ist zunächst wichtig alle Beweise zu sichern, zum Beispiel durch Screenshots oder durch Ausdrucke der Seiten. Auch die Löschung des Accounts kann angebracht sein, jedoch sollten zuvor die Beweise gesichert sein. Zudem sollte man sich Hilfe von Vertrauenspersonen holen, die einen in der Stresssituation unterstützen können und sich schließlich über etwaige Ansprüche gegenüber dem Täter informieren, sowohl bezüglich der Straftat, als auch was Schadensersatz- und eventuell sogar Schmerzensgeld betrifft.