Urteil zu Datenschutz

Internetnutzung am Arbeitsplatz, grenzüberschreitende Verarbeitung von personenbezogenen Daten

Fristlose Kündigung wegen Missbrauchs von Kundendaten

Ein IT-Mitarbeiter ist verpflichtet, sensible Kundendaten zu schützen und darf diese nicht zu anderen Zwecken missbrauchen. Ein Verstoß gegen diese Pflichten kann eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber in der Regel rechtfertigen.

Der Kläger, seit 2011 als SAP-Berater bei der Beklagten tätig, hat vom Rechner eines Spielcasinos aus Kopfschmerz­tabletten für zwei Vorstands­mitglieder einer Kundin der Beklagten bestellt. Für die Lastschriftzahlung hatte er zuvor von einem verschlüsselten Rechner der Kundin auf einen privaten Memory-Stick heruntergeladene Namen, Anschriften und Bankverbin­dungsdaten von Kunden der Kundin verwendet. Der Kläger ließ dabei dem Vorstand dieser Kundin die Anmerkung zukommen, dass sie aufgrund der Bestellung nun sehen könnten, wie einfach Datenmissbrauch sei, was bei ihnen zu Kopfschmerzen führen müsste. Die Beklagte hatte er zuvor nicht über bestehende Sicherheitslücken bei der Kundin informiert. Daraufhin wurde der Kläger fristlos gekündigt. Gegen diese erhob er nun Kündigungs­schutzklage.

Das Arbeitsgericht Siegburg wies die Klage ab. Durch sein Vorgehen habe der Kläger nach Überzeugung des Gerichts gegen seine Pflicht zur Rücksichtnahme auf die Interessen des Arbeitgebers eklatant verstoßen. Sensible Kundendaten seien zwingend zu schützen. Der Kläger habe seinen Datenzugriff missbraucht und eine Sicherheitslücke beim Kunden ausgenutzt. Die Kunden dürfen von der Beklagten und deren Mitarbeitern Schutz - und keinesfalls Missbrauch von etwaigen Sicherheitslücken - erwarten. Der Kläger hat somit massiv das Vertrauen der Kundin in die Beklagte und deren Mitarbeiter gestört und damit die Kundenbeziehung massiv gefährdet. Dies rechtfertigt eine fristlose Kündigung.

Zur Mitteilung des ArbG Siegburg hier.