Videoüberwachung von Umkleiden in Fitnesstudios ist rechtswidrig

Nicht jede Videoüberwachung ist unzulässig, aber in Umkleiden sind die Grenzen der Zulässigkeit überschritten.

Mehrere Sportler und Fitness-Fans hatten sich im Jahr 2017 bei der Landesbe­auftragten für Datenschutz, Marit Hansen, beschwert, weil in ihren Fitnessstudios Videokameras installiert worden waren. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein hatte daraufhin vier Fitness-Studios geprüft und festgestellt, dass die Videoüberwachung jedenfalls in einigen Bereichen gegen das Datenschutzrecht verstoße. Die Behörde untersagte daraufhin im Juni 2017 die Überwachung dieser Bereiche.

Gegen diese Anordnungen erhob der Betreiber der betroffenen Fitness-Kette Klage und nutzte die Kameras weiterhin.
Das Verwaltungsgericht Schleswig hat diese Klagen nun abgewiesen, der Betreiber muss jetzt die Vorgaben der Anordnungen umsetzen. Betroffen sind dabei Videokameras in Umkleiden, auf den Trainingsflächen und in den Aufenthalts­bereichen.

Nicht jede Videokamera sei unzulässig, so Hansen, aber in Umkleiden, in denen sich die Sportlerinnen und Sportler umziehen, hätten sie (die Kameras) überhaupt nichts zu suchen. Das Prüfteam des ULD habe sich die Kameras genau angeschaut und sie bewertet. Nach Bestätigung durch das Verwaltungsgericht erwarte sie nun eine zügige Umsetzung. Eine Beobachtung und Aufzeichnung durch Videokameras beeinträchtige die Privatsphäre – daher müssten Betreiber immer die schutzwürdigen Interessen der Menschen berücksichtigen.

Zur Pressemitteilung des ULD hier.