Vorsicht bei smartem Spielzeug

Die Bundesnetzagentur warnt vor smartem Kinderspielzeug und Alltagsge­genständen, die die Privatsphäre teils erheblich verletzen.

So sähen smarte Spielzeuge meist harmlos aus - sobald sie jedoch technisch in der Lage sind, unbemerkt Ton oder Bild aufnehmen und diese Daten weitersenden können, sind sie verboten, so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er empfiehlt daher dringend, Smart Toys auf dem Wunschzettel kritisch zu prüfen und die Produktbe­schreibung genau zu lesen.

Im Besonderen warnt die Bundesnetzagentur vor folgenden­Pro­dukt­kategorien:

Smart Toys

Via App gesteuerte Roboter, sprechende Puppen oder vernetzte Kuscheltiere – Spielzeug, das funkfähig ist und Gespräche eines Kindes mithören oder heimlich beobachten kann, ist in Deutschland verboten. Erlaubt ist nur Spielzeug, das die Fragen eines Kindes beantwortet, ohne dafür Daten per Internet zu Übermitteln, zum Beispiel an den Hersteller.

Smartwatches mit Abhör- oder verdeckter Bildaufnah­mefunktion

Sobald eine Smartwatch neben einer normalen Telefonfunktion über eine Abhörfunktion ("voice monitoring", "Babyphonefunktion", "one-way conversation") oder eine Funktion zur verdeckten Aufnahme von Bildmaterial, ist sie in Deutschland ebenfalls verboten. In solchen Fällen können Mikrofon bzw. die Kamera der Smartwatch meist entweder per App oder per SMS-Befehl aktiviert werden, sodass alle Stimmen und Geräusche im Umfeld der Uhr mitgehört oder unbemerkt Bilder angefertigt werden können. Dabei kann weder der Träger der Uhr noch dessen Gesprächspartner dies erkennen.

GPS-​/​GSM-​Tracker mit Abhörfunktion

Mit GPS-​/​GSM-​Trackern können gestohlene Fahrzeuge oder entlaufene Haustiere geortet werden. Zu geschäftlichen Zwecken werden sie in Firmenfahrzeugen oder LKW-Flotten eingebaut. Sobald die Tracker eine Abhörfunktion haben, die per App oder SMS-Befehl aus der Ferne aktiviert werden kann, sind sie in Deutschland verboten. Diese Abhörfunktion kann grundsätzlich jeder aktivieren, der Kenntnis von der Telefonnummer der SIM-Karte des GPS-​/​GSM-​Trackers hat.

Futter-​/​Leckerliautomaten mit Kamera und/​oder Mikrofon

Futter-​/​Leckerliautomaten für Haustiere können auch verboten sein, wenn sie verdeckt Bilder bzw. Audiodateien per WLAN oder Bluetooth an das Smartphone des Besitzers übertragen können.

Insgesamt

  • Verfügt ein Gegenstand über eine funkfähige Kamera oder ein funkfähiges Mikrofon?
    Werden Bild- oder Audiodateien kabellos an den Hersteller übertragen? Dann muss der Aufgenommene hierüber die volle Kontrolle haben!
    Kann auf das Mikrofon oder die Kamera heimlich von extern zugegriffen werden? Dann ist ein Gerät verboten! *

Die Bundesnetzagentur rät Verbrauchern, sich vor dem Kauf von vernetzten Alltagsge­genständen über deren genaue Funktionsweise zu informieren. Außerdem sollten die Produktbe­schreibung und Datenschutz­be­stimmungen der dazugehörigen Apps genau geprüft werden.

Zur Pressemitteilung der Bundesnetzagentur hier.

Des Weiteren können sich Verbraucher bei Unklarheiten, ob ein bestimmter Gegenstand verboten ist, an die Bundesnetzagentur wenden: per E-Mail an spionagegeraete@​bnetza.​de oder telefonisch unter 030/22480-500 (Mo.- Fr. von 09:00 bis 12:00 Uhr).