Online-Patientenverfügung: Teurer ist nicht immer besser

Online-Patienten­verfügung: Teurer ist nicht immer besser

Die Verbraucherzentrale hat elf kostenpflichtige Online-Angebote zu Patienten­verfügungen untersucht. Die meisten stimmen mit kostenlos erhältlichen Textbausteinen des Bundesjus­tiz­mi­nisteriums überein.
Bei einigen Angeboten gibt es wortreiche Erweiterungen dieser Vorlagen – da können zu Ihrer Patienten­verfügung sogar Missverständnisse aufkommen.

Kostenpflichtige Online-Patienten­verfügungen versprechen eine schnelle, professionelle Erstellung individuell passender Unterlagen. Dabei reichen die Preise von 10 bis 140 Euro und die Bandbreite der Angebote vom reinen Download der Formulare bis hin zum persönlichen Kontakt mit Experten. 

Mit einer Patienten­verfügung legen Sie Ihren Willen für den Fall fest, dass Sie medizinisch behandelt werden müssen, aber einmal nicht mehr selbst darüber entscheiden können. Knackpunkt dabei: Sie müssen möglichst konkrete Angaben festhalten und viele verschiedene, häufig auftretende medizinische Behandlungs­si­tuationen berücksichtigen.

In Ruhe entscheiden und möglichst konkret formulieren

Kritisch sind Angebote zu betrachten, die eine Optimierung erprobter Patienten­ver­fü­gungsmuster versprechen. Die Verbraucherzentrale konnte sich von einem Mehrwert solcher Angebote nicht überzeugen. Im ungünstigsten Fall können wortreiche Erweiterungen gängiger Formulierungen sogar Zweifel aufwerfen, wenn die Breite der Formulierungen als Unsicherheit des Verfassers interpretiert wird. Dann wäre der höhere Preis für eine solche Version schlecht investiert.

Als bedenklich bewertet sie zudem Stil und Inhalt zahlreicher Werbetexte. Häufig schüren diese die Angst, der Medizin ohne die beworbene Patienten­verfügung hilflos ausgesetzt zu sein. Dabei ist gerade ein kühler Kopf bei der Erstellung einer Patienten­verfügung die beste Garantie für eine nachvollziehbare Bekundung des eigenen Willens.

Zum Artikel der Verbraucherzentrale hier klicken.