Urteil zu IT-Sicherheit und Cybercrime

Haftstrafen wegen Drogenhandels im Darknet

Das Langericht Berlin hat Anfang 2018 zwei Angeklagte u.a. wegen bandenmäßigem unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge bzw. wegen Beihilfe hierzu zu Gesamtfrei­heitsstrafen von 6 Jahren bzw. 3 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Gegen den dritten Angeklagten wurde in dem Zusammenhang wegen vorsätzlicher Geldwäsche eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verhängt. Nach den Feststellungen des Gerichts hat der 43-jährige Hauptangeklagte zwischen November 2012 und Oktober 2013 im sogenannten Darknet insgesamt rund 31,7 Kilogramm Cannabisprodukte, 385 Gramm Kokain sowie ca. 1,6 Kilogramm MDMA an Endkonsumenten verkauft – und zwar in insgesamt 5.628 Einzelverkäufen. Dadurch habe er einen Erlös von fast 640.000,- Euro in Form von Bitcoins erzielt. Die Drogen hatte der Angeklagte per Post an die Kunden versandt.

Im Frühjahr 2015 hatte sich sodann die zweite Angeklagte dem Angeklagten angeschlossen und für diesen gearbeitet. Ihre Aufgabe sei es gewesen, die Drogen zu portionieren, zu verpacken und per Post zu verschicken, während der Angeklagte für die Beschaffung der Drogen und die Abwicklung der Geschäfte gesorgt habe. Im Zeitraum zwischen Frühjahr 2015 und April 2017 habe der Hauptangeklagte als Kopf der Gruppierung in den Niederlanden mindestens 60 Kilogramm Cannabisprodukte, zwei Kilogramm Kokain und vier Kilogramm MDMA erworben. Zwischen Sommer 2016 und April 2017 hatte er zudem einem Dritten 109.000,- Euro zur Verwahrung gegeben, wobei dieser gewusst habe, dass das Geld aus kriminellen Drogengeschäften stammt.

Die Angeklagten waren geständig. Gegen den Hauptangeklagten wurde wegen seiner Drogenab­hängigkeit neben der Gesamtfrei­heitsstrafe von sechs Jahren die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Die errechneten Taterträge in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Euro wurden eingezogen.

Zur Pressemitteilung des LG Berlin.