Spannervideos sind strafbar

Heimlich angefertigte Spannervideos wie zuletzt auf dem Festival "Monis Rache" in Mecklenburg-Vorpommern erfüllen gleich mehrere Straftatbestände.

Die auf dem Festival Monis Rache‘ offenbar benutzten Minikameras gibt es in allen möglichen Ausfertigungen. Sie können in einem Rauchmelder, einem Kugelschreiber oder auch einem Ladegerät versteckt sein. Aufnahmen solcher Kameras können im Grunde jeden von uns treffen. Auch, wenn sie auf dem freien Markt erhältlich sind, lassen sich Minikameras nicht datenschutzkonform betreiben

so der Mecklenburgische Landesda­ten­schutz­be­auftragte Heinz Müller.

Auf dem Festival Monis Rache“ in Tutow (Vorpommern-Greifswald) hat ein Mann nach Medienberichten Kameras auf den Toiletten versteckt und die Benutzerinnen dort gefilmt. Das ARD-Magazins Strg_F“ fand heraus, dass er die Aufnahmen später geschnitten und auf Porno-Plattformen verteilt hat und so fast 8000 Euro verdient habe.

Nach der Veröffentlichung der ARD-Reportage wurde von Amts wegen eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Kriminal­po­li­zei­inspektion Anklam hat inzwischen Ermittlungen wegen des Verdachts der Begehung von Straftaten nach §§ 184 und 201a StGB (Verbreitung pornographischer Schriften und Verletzung des höchstper­sönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) sowie § 23 Kunsturhe­ber­rechtsgesetz aufgenommen. Die Polizei bittet Personen, die 2018 auf dem Festival waren, die Dixi-Toiletten benutzt haben und somit Betroffene dieser Tat sein könnten, Anzeige zu erstatten. Das könne auch online geschehen.

Der oberste Datenschützer des Landes nimmt den Sachverhalt sehr ernst, die Behörde werde alle in ihrem Zuständig­keitsbereich möglichen Maßnahmen ergreifen. Zunächst liege das Verfahren aber bei der zuständigen Staatsan­waltschaft.

Zur Pressemitteilung des Landesda­ten­schutz­be­auftragten hier.