Tübinger Online-Shop für Betäubungsmittel durchsucht

Die Staatsan­waltschaft Tübingen und eine Rauschgif­ter­mitt­lungsgruppe der Kriminalpolizei ermitteln nun, weil in einem in Tübingen angemeldeten CBD-Online-Handel offenbar gewerbsmäßig mit Betäubungsmitteln gehandelt wurde.

Die Ermittler kamen auf die Spur der Verdächtigen, weil bei einem Abnehmer im Landkreis Böblingen ein Glas mit Marihuanablüten aufgefunden worden war, die offenbar von dem Tübinger Online-Handel stammten. Der Verdacht, dass dort nicht nur mit zu Rauschzwecken bestimmten, CBD-haltigen Produkten gehandelt wird, die unter das Betäubungs­mit­telgesetz fallen, sondern dort die Marihuanablüten auch pur vertrieben werden, wurde durch weitergehende Ermittlungen bestätigt. Trotz des Firmensitzes in Tübingen wurden die Waren wohl teilweise auch von Konstanz aus verschickt.

Das BtmG erlaubt den gewerblichen Umgang mit CBD-Produkten nur dann, wenn ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen ist. Erlaubt wäre demnach beispielsweise der Handel mit Seife mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent. Der Handel mit einem Tee oder anderen, zum menschlichen Konsum bestimmten und damit zu Rauschzwecken geeigneten Waren ist hingegen unabhängig von der Höhe des THC-Gehalts, also auch bei einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent, gesetzlich verboten. Auch Besitz und Erwerb solcher Produkte sind strafbar. Das gilt natürlich auch für die Marihuanablüten selbst.

Bei den jeweils auf richterlichen Beschluss am Dienstag vorgenommenen Durchsuchungen in den Wohnungen der Beschuldigten sowie eines Lagerraums in Tübingen wurden über 2,6 Kilogramm Marihuanablüten, umfangreiches Equipment und Geschäfts­unterlagen aufgefunden und beschlagnahmt.

Zur Pressemitteilung der Polizei Reutlingen hier.