Urteil zu Medienrecht

Influencer müssen auch ohne Einnahmen Werbung kennzeichnen

Das Landgericht Köln hat im Juli entschieden, dass die Posts von Influencern auch dann als Werbung gekennzeichnet werden müssen, wenn gar kein Geld dafür geflossen ist.

Geklagt hatte ein Verein, dessen Aufgabe die Überwachung des lauteren Wettbewerbs ist. Die Beklagte ist Influencerin im Bereich Beauty, Mode und Lifestyle auf den Internetportalen Youtube und Instagram, wo sie regelmäßig Bilder und sogenannte Strories veröffentlicht. Dabei werden die Bilder "getaggt", beim Anklicken der Bilder wird also der Hersteller der von ihr getragenen Kleidung oder Accessoires angezeigt. Klickt man wiederum auf diese Angaben, so gelangt man auf die Seiten der entsprechenden Unternehmen.

In dem Rechtsstreit ging es um insgesamt drei solche Bilder, die die Beklagte veröffentlicht hat. Nach Auffassung des Klägers hätten diese als Werbung gekennzeichnet werden müssen, da die Fotos jedenfalls einen kommerziellen Zweck verfolgten.
Die beklagte Influencerin berief sich darauf, dass mit den verlinkten Unternehmen keine Werbeverträge bestanden und sie die Kleidung selbst gekauft und bezahlt habe. Die Verlinkungen seien alleine aus redaktionellen und urheberrechtlichen Gründen eingefügt worden. Einige Gegenstände seien ihr zwar kostenfrei zugeschickt worden, eine Werbever­pflichtung bestand aber tatsächlich nicht.

Nach Ansicht des LG Köln handelte es sich bei allen Posts um kennzeich­nungs­pflichtige Werbung handelt. Auch ohne Werbevertrag läge jedenfalls eine geschäftliche Handlung der Influencerin vor. Das Landgericht begründet dies damit, dass die Beklagte die verlinkten Unternehmen als auch ihr eigenes Unternehmen mit den Posts bewusst fördere. Die Unternehmen würden von der erhöhten Bekanntheit profitieren, die Influencerin davon, in Zukunft als geeignete Werbepartnerin angesehen zu werden. 

Eine Verwässe­rungsgefahr für die Kennzeichnung als Werbung sieht das LG Köln ebenfalls nicht, weil es den Influencern immer noch freigestellt bleibe, wie auf die Werbung hingewiesen wird. Hinweise wie "Unbezahlte Werbung", "Eigenwerbung", "kostenfrei zur Verfügung gestellt von" wären zulässig und ausreichend.

Zur Pressemitteilung (als PDF) des LG Köln hier.