Zweitlotterien sind illegales Glückspiel

Die Lottoland Limited hat ihre Revision gegen das Urteil des Oberverwal­tungsgerichts des Saarlandes zur Untersagungs­verfügung der Landesme­di­enanstalt des Saarlandes (LMS) gegen die Angebote www​.Lottoland​.com“ und www​.lottoland​.de“ zurückgenommen. Der Lottoland Ltd. ist damit rechtskräftig untersagt, im Internet (im Saarland) nicht erlaubnisfähiges öffentliches Glücksspiel gemäß § 3 Glücksspiel­staatsvertrag (GlüStV) mit den unter lottoland​.com bzw. lottoland​.de aufrufbaren Glücksspiel­angeboten in Form von Wetten auf den Ausgang von Lotterien wie LOTTO 6aus49, Spiel77, SUPER6, GlücksSpirale, Eurojackpot, EuroMillions, MegaMillions und PowerBall, zu vermitteln oder dafür zu werben.

Solche sogenannten Zweitlotterien stellen öffentliche Glücksspiele im Sinne des Glücksspiel­staats­vertrages in Form von Wetten auf den Ausgang von Lotterien dar. Diese Art des Glücksspiels unterfällt jedoch selbst nicht dem Lotteriebegriff.

Der stellvertretende Direktor der LMS, Dr. Jörg Ukrow, erklärte hierzu: 

Der Abschluss des Rechtsstreites zur Untersagungs­verfügung der LMS hat Bedeutung nicht nur für das Saarland, sondern für die deutsche Glücksspiel­re­gulierung insgesamt. Das besondere Gefährdungs­potential von Zweitlotterien mit Blick auf Sucht- und Manipula­ti­onsrisiken wird damit ebenso gerichtlich bestätigt wie die Kohärenz der Glücksspiel­re­gulierung in Deutschland und deren Verfassungs- und Europarechts­konformität. Auch die bisherige Werbepraxis der Landeslot­te­rie­ge­sellschaften steht dem konsequenten Vorgehen gegen illegale Glücksspielangebote im Ergebnis der Entscheidung des obersten saarländischen Verwaltungsgerichts nicht entgegen. Eine Vielzahl von Argumenten, die von Anhängern einer umfassenden und uneingeschränkten Öffnung des deutschen Glücksspielmarktes für Online-Glücksspielangebote vorgebracht wurden, sind damit rechtskräftig als haltlos eingestuft worden.“

Zu dieser Pressemitteilung des LMS hier.