Facebook-Zwang für Oculus auf dem Prüfstand

Aufgrund der Verknüpfung von Oculus Virtual-Reality-Produkten mit dem sozialen Netzwerk hat das Bundeskartellamt am 10.12.2020 ein Missbrauchs­verfahren gegen Facebook eingeleitet.

Der Präsident des Bundeskar­tellamtes, Andreas Mundt, sieht in der Ankündigung von Oculus die Möglichkeit des verbotenen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung: Die neuen Virtual-Reality Brillen von Oculus sollen künftig nur unter der Voraussetzung nutzbar sein, dass man auch ein Facebook-Konto hat und dieses mit dem Gerät verknüpft.
Facebook ist mit seinem sozialen Netzwerk unbestritten marktbeherrschend in Deutschland und auch in dem noch jungen, größer werdenden VR-Markt bereits ein bedeutender Player, seit die Pionierfirma Oculus eingekauft wurde. Mundt will daher näher untersuchen lassen, ob und inwieweit die Kopplung den Wettbewerb in beiden Bereichen beeinträchtigt.

Facebook hat bereits angefangen, seine Virtual-Reality-Angebote in das soziale Netzwerk einzubinden. So wird die bis dato getrennt von Facebook betriebene Oculus-Plattform nun unter dem Namen Facebook Reality Labs“ als zusätzliche Funktion im sozialen Netzwerk angeboten. Die neueste Generation der VR-Brille Quest 2“ erfordert zudem zwingend die Registrierung mit einem Facebook-Konto. Selbst bereits bestehende Oculus-Konten können für die Registrierung und Verwendung der neuen Hardware nicht länger genutzt werden. Der Vertrieb hat im Ausland bereits begonnen.

Aktuell werden VR-Anwendungen primär im Videospiel- und Filmbereich genutzt, die Anwendungs­mög­lichkeiten sind damit aber längst nicht erschöpft - auch Ausbildungszwecke sind beispielsweise vorstellbar. Die Nutzerzahlen und der Umsatz mit derartigen Anwendungen steigen entsprechend kontinuierlich.

Zur Pressemitteilung des Bundeskartellamts hier.